Freude – azur: “Social Media: Neue Welten entdecken”

… bzw. Erleichterung: Kartellblog. wird im Artikel von Frau Brünger in azur 1/2012 [not e-vailable] zu den Social Media-Aktivitäten deutscher Kanzleien nicht zerpflückt.

Und Freude: Schön, mit Henning Krieg und Thorsten Feldmann in einer Reihe genannt zu werden. Die beide leider nur noch selten posten.

Schön, wenn auch unverdient. Kartellblog. fühlt sich noch immer an wie ein Experiment. Und wie ein großes Fragezeichen, ist es den Aufwand “wert”?

Ich habe die Einwände vor längerer Zeit hier aufgelistet. (Christian Dingler hat sich dieser ironischen Verdrehung erbarmt.) Wie Sie sehen, Kartellblog. läuft noch. Ich kann es aber nachvollziehen, wenn man die Sache skeptisch sieht.

Die USA könnten ein Vorbild sein. Es gibt dort Blawgs wie Sand am Meer. Ich denke aber, man muß aufpassen; nicht die Bäume vor lauter Wald nicht sehen. Auch die sog. Flawgs gibt es in den USA in Fülle.

Und es wäre schade, wenn wir den juristischen Main Stream der USA auch in der Anbetung selbsternannter Social Media Evangelists (a.A.) kopieren würden.

Als das Thema zuletzt hochkam, ist es rasch verpufft. Ich finde es gut, dass azur die Sache aufgreift.

Vermittelt die Anwaltschaft in Deutschland ein “erschütternd altmodisches Bild”, wie Frau Brünger sagt? Mich würde Ihre Meinung interessieren. 

PS @juvenachrichten tweetet seit 16. Dezember 2011 (via Tweet Grader).

Kommentare

  1. Andreas meint

    Gratulation, das war ja auch Zeit! Fernseher läuft schon, aber das wollte ich Ihnen noch schnell schreiben.

  2. C3 meint

    Hallo Herr Dr. Zöttl,

    Ich bin Leserin Ihres Blogs wegen der Beiträge zu Social Media, weil ich im Marketing einer Großkanzlei arbeite. Ich teile Ihre Einschätzung, daß es für eine echte Diskussion in der Jurawelt über Social Media höchste Zeit ist, weil der aktuelle Umbruch im Kommunikationsmanagement total (und brutal) ist. Vielleicht sieht man das als Nicht-Anwalt einfach klarer wie als Anwalt. Der Azur-Artikel ist aber auch ziemlich naiv. Insbesondere Wirtschaftskanzleien öffnen sich nicht aus edlen Gründen für Social Media, wie das bei Ihnen oder Kriegs-recht anscheinend ist. Die Wahrheit ist, daß es knallhart um Rekruiting und “deep marketing” geht, weil man die jungen Anwältinnen und Anwälte heutzutage nicht mehr gut erreicht. Da sind Kanzleien einfach Unternehmen. Daher muß man sich in Wahrheit fragen fragen, ob es eine gute Entwicklung ist, daß Unternehmen (z.B. Kanzleien) sich über Social Media vermarkten und damit auch das Privatleben der Targets voll und total penetrieren. Das klingt im Vergleich dann nicht mehr edel und ach so “kommunikativ”. Ich habe zwar kein Problem damit, weil das nun mal die Entwicklung ist, aber wenn ich sehe, wie weit die aktuellen Strategien zum Aufbau von Communities und Markenkommunikation gehen (z.B. Angestellte zu “ambassadors” zu machen, womit man sie in wirklich unangenehme Situationen bringen kann), möchte ich manchmal sagen halt stop. Also die Antwort auf Ihre Frage: Ja, aber das hat auch viel Charme!

    (Ich lese Ihren Blog seit 2 Jahren und habe noch nie einen Kommentar geschrieben. Bitte sind Sie nicht zu kritisch. Aus offensichtlichen Gründen anonym. )

  3. meint

    @C3 warum sollte ich über Sie herfallen? Besten Dank für den ausführlichen Kommentar und die Perspektive des Insiders.

    Dennoch: “Naiv” finde ich den Artikel nicht. Er kratzt an der Oberfläche, aber was soll er sonst auch tun.

    Bemerkenswerter finde ich, dass der Artikel den Spieß nicht umdreht (was er könnte). Wie viele Blawgs gibt es denn, die von Studenten oder Referendaren betrieben werden? Diese Liste ist nicht viel länger als die der Qualitätsblogs von Kanzleien.

  4. Andrea meint

    In aller Kürze:

    Ob Werbung oder nicht. Wenn ein Blog gut gemacht und informativ ist, dem Leser subjektiv also etwas bringt, dann lohnt er sich. So wie Ihrer. Daher bitte weitermachen, wenn es die Zeit zulässt (btw: früher war mehr Lametta, sprich inhaltliche Wertung)!!

    Und die Diskussion über Eigenwerbung finde ich mal wieder typisch deutsch und erinnert mich an die Debatten zum Verbraucherschutz. Ich denke, dass die Leserschaft von Blogs wie Ihrem intellektuell in der Lage ist, Spreu von Weizen zu unterscheiden…

    • meint

      @Andrea danke. Daran habe ich keinen Zweifel. Sonst würde Kartellblog. anders aussehen. [Also besser mehr Lametta?]

      Zurück zu “den” Anwälten. Schon zu viel Social Media? Oder zu wenig? Zu viel, zu wenig – gemessen woran?

  5. Menz meint

    Ich bin da bei dem Kommentar weiter oben. Es hat Charme so wie es ist. Ein allgemeines “Werbungs”-Thema ist das aber nicht. Es sagt doch niemand “oh wie schön, da wird auf Facebook ein Service verkauft” sondern “oh wie schön, die Kanzlei ist auch auf Facebook und geht mit der Zeit und ist so wahnsinnig modern und augeschlossen”. Und genau das ist nichts als Blindheit gegenüber dem kaufmännischen Kalkül.

Ihr Kommentar?

Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *