Auf der Rückfahrt – 1. DialogCamp

Ich fuhr gestern mit gemischten Gefühlen zum 1. DialogCamp im München. Sein Zuschnitt lag für mich thematisch am Rand (und ich für die Veranstaltung). Hat sich aber gelohnt – viel gelernt über die Cloud, Datenschutz und Software-Recht.

Das Konzept: eine juristische Konferenz, aber in Anlehnung an BarCamps. D.h., Teilnehmer treten eingangs nach vorne, wenn sie möchten, stellen sich vor und das Thema, über das sie sprechen wollen, und los geht’s.* In Anlehnung, weil die Veranstalter für sechs Sessions vorab “Leuchtturmreferenten” gesetzt hatten. Der Schwerpunkt lag auf der – durchweg sehr kritisch geführten – Diskussion, so dass (auch) jeder Freiwillige allen Grund hatte, sich auf die von ihm vorgeschlagene Session gut vorzubereiten. Was sie getan haben; die Qualitätskontrolle organisiert sich sozusagen von selbst. Das Ergebnis waren insgesamt 18 Sessions, in drei parallelen Schienen zu je einer Stunde über den Tag verteilt.

Die Veranstaltung stand unter der Schirmherrschaft von C.H.Beck, vertreten durch Frau Zimmer-Helfrich, die ermunternde Grußworte an die Teilnehmer richtete, und Dr. Wasmuth im Publikum. Der Verlag hat sich für die Veranstaltung mit der FOM Hochschule zusammengetan, deren Dekan teilnahm. Sogar ein leibhaftiges Münchner Socialmedia-Original war dabei. Henning Krieg hat das Projekt tatkräftig unterstützt.

Ich habe mich gefragt, ob diese Matrix mit Kartellrechtlern funktionieren würde. Referate ohne die fürsorgliche Umgarnung der Studienvereinigung? Vielleicht, warum nicht.

Mir persönlich haben am Besten gefallen die Sessions mit Dirk von Gehlen (Süddeutsche Zeitung) (Blog) zu “Fluch und Segen der digitalen Kopie” und Christoph Keese (Axel Springer) (Blog) zur “digitalen Zukunft der Verlage”. Keese hat die Mystik der Urheberrechtsdebatte zurechtgestutzt auf die (eigentlich wenigen) Punkte, an denen die Verlage der Schuh wirklich drückt. Gehlen lieferte den rechtssoziologischen Unterbau für das Verständnis dafür, dass sich ändert, was sich ändert. Das Interesse an meinem Vortrag zu Kartellrecht und IT war verhalten, das war bei der thematischen Ausrichtung der Veranstaltung nicht anders zu erwarten.

Nette Sache, Konferenzen gehen also auch ohne Anwaltsgegockel. Bin gespannt, ob der Verlag die Idee weiterverfolgt. Würde mich freuen, wenn er es täte.

* PS Hier war ich nicht klar genug im Bericht, sorry. Prompt gab es geharnischte Emails. Die Freiwilligen waren weit überwiegend gestandene Juristen, die mit ausgefeilten Präsentationen zur Veranstaltung kamen.

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