Postscript zu “Tele2 Polska”

Prof. Petit führt seinen Feldzug gegen den EuGH in Tele2 Polska (zu den Schlussanträgen hier) fort und reitet eine Attacke gegen die Position des EuGH, nationale Wettbewerbsbehörden seien nicht dazu ermächtigt, Entscheidungen über die Nichtanwendbarkeit von Art. 102 TFEU zu treffen.

Verstehe die Aufregung nicht:

Since the inception of Regulation 1/2003, however, many – including me – have repeatedly stated that decentralisation was all about empowering NCAs to take Article 101(3) TFEU decisions. More importantly, several NCAs have taken exemption decisions over the past 7 years. Is this decisional practice now unlawful?

The Commission’s response to this is that the ruling does not change much. Rather than taking a negative decision under 101(3) TFEU, the NCAs can still adopt decisions that “there are no grounds for action on their part” pursuant to Article 5 of Regulation 1/2003.

Now, is this really true? As noted by one of the speakers yesterday, could a NCA conceivably write in a decision: “The impugned practice constitutes an infringement of Article 101(1) TFEU. Hence, there are no grounds of action on our part“? Come on…

Freistellungsentscheidungen der NCAs im System von VO Nr. 1? Die Betroffenen erhalten durch Art. 5 Abs. 2/§ 32c-Entscheidungen die Rechtssicherheit, die sie brauchen (Selbstbindung der Verwaltung) und die für sie seit Mai 2004 zu haben ist. Selbstverständlich trifft die Behörde im Rahmen der Entscheidung über ihr Nichttätigwerden die Feststellung, dass Kartellrecht (wahrscheinlich) nicht verletzt ist. Art. 5 Abs. 2 VO Nr. 1 ermächtigt die Behörde zur Entscheidung über ihr Nichttätigwerden aber nur, wenn die Verbotsvoraussetzungen nicht vorliegen. Come on…

PPS Aktuelles Beispiel unter § 32c GWB: B8 – 95/10 – Tank und Rast.

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