Handelsblatt: “Die wichtigsten deutschsprachigen Wirtschaftsblogs”

Werden Blogs immer wichtiger? Ich weiß es nicht, aber die, die es gibt, sind wichtig genug, um das Medium Blog ernst zu nehmen.

Dabei spreche ich nicht von juristischen Blogs, bekanntlich die Krone der Schöpfung, denn Jura und Bedeutsamkeit gehen wesensgemäß ohnehin Hand in Hand, don’t they. Nein, ich meine die Wirtschaftsblogs. Ich hatte beinahe so lange, wie es Kartellblog. gibt, immer wieder vor, diese Blogs im Kartellblog. vorzustellen. Nun hat die Online-Ausgabe des Handelsblatts das gemacht, am letzten Wochenende mit einer kleinen Blogparade und einem Mikro-Dossier zu “deutschsprachigen Wirtschaftsblogs” (müsste heißen: Wirtschaftsblogs von Deutschen).

Da sind Blogs empfohlen, die ich mir an Ihrer Stelle ansehen würde. Leider ist die Verlinkung nicht benutzerfreundlich geraten, daher hier noch mal. Es werden geadelt — überwiegend zu Recht — das

Eine einschlägige Blogliste war kürzlich bereits im Wirtschaftswurm zu lesen (der heißt wirklich so, aber vom Namen bitteschön sich nicht täuschen zu lassen). Selbst eine aktuelle Mind Map der deutschen Wirtschaftsblogs hat der Autor des Blick Log im Angebot. Und das Handelsblog verglich vor Kurzem den Stand der Wirtschaftsbloggerei hier und in den USA.

— PS Justament heute erschien im Handelsblog ein “Wegweiser durch den VWL-Blog-Dschungel” und in Kantoos Economics “Ein Blogguide für VWL-Studenten”

Bei aller Freude über die (überwiegende) Deutschsprachigkeit der vom HB gekürten Wirtschaftsblogs darf ein Hinweis auf

nicht fehlen. Zurück zum oben angesprochenen Dossier im Handelsblatt:

Kartik Athreya, ein Volkswirt aus dem Forscherstab der Federal Reserve Bank of Richmond, argumentierte im Juni 2010 in einer Streitschrift sogar: Volkswirtschaftslehre (VWL) sei so kompliziert, dass man sie in Blogs nicht angemessen darstellen könne. Bloggende Ökonomen würden nichts zur wirtschaftspolitischen Diskussion beitragen. Athreya: “Sie sollten von der Öffentlichkeit ignoriert werden.”

Im Internet schlug ihm daraufhin so viel Kritik entgegen, dass er sein Papier schnell wieder zurückzog. Es ging auch völlig an der Realität vorbei. Denn tatsächlich sind Blogs in der VWL ein immer wichtigeres Diskussionsmedium – und sie verändern das Fach fundamental. Ohne Platzrestriktionen und im direkten Dialog mit den Lesern können dort Ideen ausführlich und tiefgehend diskutiert werden.

Die Weltbank-Ökonomen David McKenzie und Berk Özler liefern dafür jetzt erstmals harte empirische Belege. In ihrer Studie “The Impact of Economics Blogs” kommen sie zu dem Schluss: “Wirtschaftsblogs haben enormen Einfluss, sie leisten viel mehr, als Forscher nur von ihrer eigentlichen Arbeit abzulenken.”

Wenn das kein Kompliment ist. Aber von der Arbeit ablenken, das will auch Kartellblog. nicht. Ich wünsche Ihnen daher einen guten Start in diesen Dienstag.

Disclaimer

Ich verlinke zu Fundstücken, weil ich sie für bemerkenswert halte, nicht, weil ich die dort vertretene Meinung teile.

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