Off topic zum “Twitteratigate”: Jurist und Twitter

Prolog

Jurist und Twitter − kein einfaches Verhältnis. Wenn man sich auf Twitter bewegt, sieht man das nicht unbedingt. Da wird munter getweept, dass es eine Freude ist. Aber auf Twitter ist wer? Die KollegInnen, die Twitter für sich entdeckt haben.

Wenn man auf dem Jahresweltkongress der Elefantenfußnagelforscher ist und vor lauter Forschern den eigenen Stuhl nicht mehr findet, dann sollte man trotzdem nicht denken, dass sich außerhalb des Kongresses irgendjemand auch nur einen Hauch für Elefantenfußnägel interessiert.

Es gibt rund 153.000 Rechtsanwälte/Rechtsanwältinnen in Deutschland. Auf der Twitter-Liste von Ralf Zosel (@RalfZosel) sind zur Zeit 427 twitternde Juristen. Mirko Lange (@talkabout) listet ganze 116. Meines Wissens ist Henning Krieg (@kriegs_recht) der einzige Jurist in Deutschland, der sich darum bemüht, dem Phänomen systematisch auf den Grund zu gehen. Mir ist keine empirische-analytische Erfassung durch Umfragen etc. bekannt.

(K)ein einfaches Verhältnis

Ich denke nicht, dass Twitter für RechtsanwältInnen grundlegend neue Herausforderungen bringt. Aber es spitzt Themen zu, die AnwältInnen im Außenauftritt immer haben. Was neu ist: die schiere Dimension der Schnittstelle. Ihr Tempo (rasend), ihr geographischer Footprint (global), ihre Gnadenlosigkeit, wenn Fehler gemacht werden (brutal).

Trotzdem, immer mehr Anwälte twittern. In den USA – leider nicht in Deutschland, siehe oben – ist die juristische Twitterei einigermaßen anerforscht. Und wenn Sie sich die Blogs der in diesem Segment tätigen Social Media Gurus ansehen, insbesondere in den USA, es ist die Realität, die da Einzug gehalten hat. Nicht Einzug hält, gehalten hat.

Ich spreche hier nur über den/die Anwalt/Anwältin. So, wie wir uns bei einem Glas Wein gegenübersitzen würden. Auf Kanzlei-Ebene wird die Sache recht komplex. An “Twitteratigate” interessiert mich diese Ebene aber nicht. Viel spannender finde ich, was Rechtsanwälte/Rechtsanwältinnen zu Twitter führt oder eben nicht.

Twitteratigate

Vor dem Hintergrund muss man die Diskussion sehen, die in den vergangenen Wochen in Großbritannien über das Twitteratigate lief. Da fallen die Namen vieler Kanzleien; Schall und Rauch. Wichtiger ist, was hat Melanie Hatton (@in_house_lawyer) so zusammengefasst hat (“Twitteratigate: The Tide Has Turned”, 24. Januar 2011):

It was only October of last year when Legal Week brought social media use amongst lawyers into the mainstream … you’ll see there was discussion brewing early-doors about who should feature in reviews of the legal social media scene and for what reason. Fast forward from October to the present day … Finally lawyers are getting it.

Ausgangspunkt von Twitteratigate war ein Artikel in The Lawyer vom 6. Januar 2011, demzufolge eine Kanzlei des Magic Circle die erfolgreichste Twitterpräsenz der Insel hat. Der fragliche Account ist gut, als Channel, jedenfalls sehr aktiv, aber es gibt natürlich viele andere, ältere. Und viele, die dem Leitbild des interaktiv engagierten Tweagles mehr entsprechen.

Nicht bei allen traf der “objektive” Ton des Artikels in The Lawyer (@TheLawyermag) daher die Wahrnehmung, das subjektive Mundgefühl. Tatsächlich rankt The Lawyer (bzw. die Agentur, die ihre Studie dort gepitcht hatte) einige Twitter-Accounts, die nicht oder nur sporadisch tweeten, sehr hoch.

Die kleine Lawine, die dann folgte, riss aber sehr viel mehr Themen mit sich mit als nur das. Was macht bei und für Anwälte einen guten Twitter-Account aus? Was bedeutet “Erfolg” auf Twitter? Was haben AnwältInnen überhaupt auf Twitter zu suchen?

Berichte, Positionen

Ich will das nicht nacherzählen und empfehle Ihnen

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