Quora: “Antitrust Law”

Quora, was ist das? Das Kribbeln wird stärker, und dann klinkt man sich ein. Geht nicht mehr anders. Seit Sommer 2010 tobt bei Quora das Leben; Sie sind Zeitzeuge eines hype; genießen Sie ihn, man wird nicht jünger.

Ob Quora etwas taugt, dafür habe ich keine objektive Quelle außer einem Gespräch mit mir bei einem Glas Wein. And here it goes:

Theorie

Quora ist eine

continually improving collection of questions and answers created, edited, and organized by everyone who uses it.

Fragen werden gestellt, Gott und die Welt, Antworten gegeben. Von jedem, der fähig ist, einen Account einzurichten. Klartext: nicht die Quelle, von der man qualifiziertes Know-how erwartet.

Aber bevor Sie diesen Satz in der Kaffeeküche zitieren, es geht hier weiter:

Ich war zuerst über einen dummy account auf Quora. Das wäre nicht nötig gewesen. Das Ganze macht einen gut gepflegten, seriösen und optisch aufgeräumten Eindruck. Die Fragen haben sich bereits nach kurzer Zeit ausdifferenziert. Das Niveau ist OK. Fragen werden redigiert. (PS: Guter Artikel zum Thema “Should Quora become more democratic or try to remain an aristocracy?”)

Wenn die Kurve weiter so nach oben geht (und wenn die guten Ansätze nicht im Massenandrang untergehen), wird Quora ein Faktor, mit dem man rechnen muss. Wenn ich für Corporate Communications verantwortlich wäre, ich hätte da einen Account.

Strukturiert ist das Ganze aus Nutzersicht um die Fragen, die jeweils als Seite abgebildet werden. Die Idee ist, dass Nutzer, die sich für eine Frage interessieren, die jeweilige Seite aus eigenem Ansporn zur know how base aufbauen, die für Suchmaschinen einsehbar ist. Man kann unter Home/Search Engine Privacy einen anon user-Befehl aktivieren (der natürlich nur bei den eigenen Posts funktioniert), wenn man das möchte.

Vieles erinnert an Facebook, z.B. die interne Suchmaschine. Vieles ist anders, z.B. dass es nicht nur institutionalisierte like-Lobhudelei gibt. Man kann Dinge auch nicht mögen; wow.

Wie Sie wissen, hat bei Quora Adam D’Angelo seine Hände im Spiel, vormals CTO bei Facebook. Facebook kann man nicht ansprechen, ohne von $$$ zu sprechen. Für Quora wird der Unternehmenswert häufig mit $ 86 Mio. beziffert, was aber auf einer Angabe beruht, die beinahe ein Jahr alt ist.

Ist im Raum der social media, der jedenfalls in Deutschland nurmehr gemächlich wächst, noch ausreichend Potential für Quora besteht zwischen Facebook und Twitter.Vielleicht kommt Quora zu spät. Übrigens, zur Zeit kann man Fragen nur auf Englisch stellen.

Die Wertigkeit von Quora als social medium kommentieren besser die, die sich auf sowas verstehen oder das gerne würden. Wobei mich an solchen Artikeln die versteckten Erwartungen mehr interessieren als die Erfahrungsberichte, die sie reflektieren. Wer hat gesagt, dass es heutzutage keine Träumer mehr gibt? Sie heißen nur anders, social media irgendwas.

Praxis

Nein, kein Praxisbericht. Den behalte ich mir für einen anderen Tag mit kartellrechtlicher Flaute vor. Was ich gestern Abend gemacht habe war, die Einträge für “antitrust law” anzunavigieren.

Dabei hat Quora die Nase klar vor Wikipedia, deren Einträge zum Kartellrecht an der Schmerzgrenze liegen. Der haptische Schwerpunkt ist bei Quora nicht bei der (Schein-)Objektivität, sondern bei einem gefühlten Konsens.

Man kann Antworten & Fragen bewerten und ihnen folgen, wie Sie unten sehen. Man muss sich also nicht einen kompletten Account in die Timeline legen, nur weil er bei Vollmond auch einmal einen Intelligenzpieps von sich gibt.

(Noch) wird man bei diesem Frage-Antwort-Spiel nicht in die Selbstvermarktung der Autoren gezogen. Die Anmutung geht sehr in Richtung LinkedIn, auch wenn ich – als bekennender LinkedIn-Nutzer – mir das nicht gerne eingestehe.

Hier der Stand der Dinge zu “Antitrust Law” von gestern Abend zu Ihrer Orientierung. Ich fürchte, Sie müssen den Screenshot zweimal anklicken, bevor er lesbar wird. FWIW meine Empfehlung: ausprobieren. Bei einigen der Fagen (und Anworten) muss man echt nachdenken.

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