Marktabgrenzung in “EDEKA/trinkgut” – mögen Sie Karten?

In der Beratung hört man gelegentlich die Sorge, dass man bei kleinräumigen Märkten ein Absatzgebiet ja in viele Zellen aufteilen müsse, wodurch das big picture verloren gehe und erheblicher Aufwand entstehe.

Erstere Sorge ist verständlich, liegt aber neben der Sache. Kartellrecht denkt nun mal in Märkten.

Zweitere ist berechtigt, siehe die Karte unten zur gefälligen Illustration eines Beispiels aus dem Einzelhandel:

In der Fusionskontrolle über den Zusammenschluss von EDEKA mit trinkgut (B 2 – 52/10, 28. Oktober 2010) hat das Bundeskartellamt Deutschland in Markträume eingeteilt und für bestimmte Räume die Auflage gemacht, dass Geschäfte veräußert werden müssen. Für die Leser in Süddeutschland: Trinkgut ist die größte Getränkeabholmarktkette Deutschlands.

Betroffen war sachlich insoweit der Markt für den Verkauf von Getränken an Endverbraucher, der räumlich in kleine Parzellen aufgeteilt wurde. Das Amt hat diese Parzellen grundsätzlich mit 20 km um ein die Region prägendes Oberzentrum abgegrenzt und auf dieser Grundlage ca. 80 regionale Markträume untersucht und für sie Daten erhoben.

Das Bundeskartellamt hat es EDEKA zwar erlaubt, rund 200 trinkgut-Getränkeabholmärkte zu erwerben, dabei aber sog. Nebenbestimmungen erlassen. Die Freigabe stand unter der aufschiebenden Bedingung, dass u.a. etwa 30 Standorte in zehn Markträumen veräußert werden.

Der Beschluss des Bundeskartellamts wurde heute veröffentlicht. Die Karte der Markträume gem. Anlage 1 zum Beschluss sieht so aus (zum Vergrößern bitte klicken, die Farben erklärt das BKartA in der Legende rechts unten):

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Kommentare

  1. jesus alfaro sagt:

    It looks ridiculous! all these small geogr. markets! what about partial overlapping of these regional markets?

  2. jesus alfaro sagt:

    Pretty much as you germans (20 minutes distance by car). If I understand it correctly, this is a merger between outlets that sell drinks right? But Getränke are sold also in supermarkets. How does the BKAmt define the market? Since even if the geographic markets are defined so narrowly, if you include all the supermarkets as supply, how can such a merger result in a dominant position?

    • Kartellblog. sagt:

      Well, I guess (we were not involved) it depends on how you define and assess “dominance”. As per the FCO’s decision, all distribution channels were included except for garages, kiosks, drug stores and their like. Naturally, the parties and the FCO disagreed on the significance of competitive restraints. But they also disagreed on how to calculate market sizes and how to take account of the peculiar structure of the EDEKA network for shares of sales.

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