30 Gründe, die gegen das (Kartell-)Bloggen sprechen

  1. Blog, nie gehört.
  2. Blogs bringen Publicity. Anwälte sind Organe der Rechtspflege. Das sind Teufel und Weihwasser.
  3. Bloggen kostet Nerven: der Druck, frischen Content zu bringen, zu draften, Umgebung zu beboachten, und leidige Technik-Updates. Nerven gehören ins Mandat.
  4. Mandanten würden befürchten, sich im Blog wiederzufinden.
  5. Blogs führen zu einem Abfluss von Know-how an die Konkurrenz.
  6. Wir ließen die Social Media Consultants pitchen, die haben schön vorgesungen, alle dasselbe Lied. Danke, nein.
  7. Ein Sack Flöhe. Dann wollen die Kollegen Mitarbeiter alle mal an die Tasten.
  8. Die Blog-Landschaft ist besetzt. Neuzutritte bekommen keinen Boden unter die Füße.
  9. Ein Blog bringt kein Mandat.
  10. Es ist unmöglich, den in Großkanzleien unvermeidlichen Interessenkonflikten in einem Blog angemessen Rechnung zu tragen.
  11. Die traditionellen Print-Medien sorgen bei uns ausreichend für Information.
  12. Um den return on investment streiten selbst die Social Media-Leute.
  13. Kartellrechtspraxen sind auf einen höflich-respektvollen Umgang mit Kartellbehörden angewiesen. Beamte könnten Kritik in den falschen Hals bekommen.
  14. Blogs? For kids, yes.
  15. Die deutsche juristische Blogosphäre ist geprägt von Larifari, mit dem man sich nicht gemein machen sollte.
  16. Der Dr. X würde mich beim nächsten Meeting niedermachen. Der hatte zum Thema jetzt einen Aufsatz in der WuW.
  17. Der Blogger hat keine Kontrolle darüber, wo seine Meinungskundgaben enden.
  18. Wir vermarkten uns über unseren Erfolg.
  19. Can’t cut out the middleman: Den Zugang zu Medien schafft man sich über Agenturen.
  20. Kein Mensch kann seine Aufmerksamkeit so disziplinieren, dass trotz Blogging die volle intellektuelle Kraft für harte anwaltliche Tätigkeit verbleibt.
  21. Blogs sind als Plattform wegen Twitter und Facebook in Auflösung begriffen. Sie wissen es nur noch nicht.
  22. Blogger können nur eines gut: sich mit sich selbst beschäftigen.
  23. Es ist unmöglich, einen Blog regelmäßig mit aktuellen relevanten Inhalten zu bestücken. Von denen gibt es nicht ausreichend viele.
  24. Kein seriöser deutscher Justiziar würde auf die Idee kommen, sich über ein Blog über aktuelle Entwicklungen zu informieren.
  25. Großkanzleien betreffende Mandatierungsentscheidungen werden über Parameter getroffen, für die ein Blog bestenfalls neutral ist.
  26. Blogs kommen und gehen, keine stabile Investition.
  27. Es gilt die Aura des universalen Wissens zu wahren. Blogger machen unweigerlich Fehler.
  28. Einen RSS auf die Webseite zu bringen, das war intern Kampf genug.
  29. Wird schon einen Grund haben, dass Großkanzleien keine Blogs haben.
  30. Do we care.

So und ähnlich in den vergangenen beiden Jahren immer wieder gehört. Mehr extern als (kaum) intern, auch das sollte gesagt sein.

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Kommentare

  1. Stephan M. sagt:

    Das meinen Sie nicht ernst oder?

    Ist es vorbei mit dem KartellBlog?

    Ich glaube das nicht. Und überhaupt sind diese Einwände schon sehr aus der Perspektive der “Gross”kanzlei geschrieben.

  2. jesus alfaro sagt:

    Natürlich es ist ein self-deprecating statement!

  3. Nina Diercks sagt:

    Großartig! Komm aus dem Schmunzeln nicht mehr raus. Sofort weiter getwittert!

  4. Herr Zöttl,

    sehr schön. Die Top 30 der Gegenargumente. Ich weiß allerdings, dass Sie auch ein paar sehr stichhaltige Argumente pro Blog für Anwälte auf Lager haben. Bekommen wir die auch noch zu hören?

    Schon jetzt ein frohes Fest.

Trackbacks

  1. genuin4 sagt:

    [...] Johannes Zöttl vom Kartellblog hat vor Weihnachten die gesammelten Argumente Ausreden seiner Kolleg… gegen das juristische Bloggen gesammelt. Ich habe mir Mal die Mühe gemacht, zu antworten. [...]

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