Der Informationsflut Herr werden: RSS-Feeds abonnieren

Ich dachte, das macht jeder so: Feeds abonnieren (einfach), statt mühsam von Webseite zu Webseite zu klicken, um sich darüber auf dem Laufenden zu halten, was Kartellbehörden und Gerichte so treiben (kompliziert). Aber gestern stöhnte ein Bekannter über die Flut der Informationen und darüber, dass er mit dem Klicken nicht nachkommt. Warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht?

Hier zu einer Seite des Themas “Einfach”, den Feeds. Die Technik ist über zehn Jahre alt, sie stammt aus den Zeiten Netscapes. Es wird immer wieder über ihr nahendes Ende gemunkelt. Noch funktioniert Sie aber prima und erleichtert das Leben mit Internet ungemein. Auch wenn Sie heute etwa über Twitter natürlich deutlich schneller zum Ziel kommen. Dazu ein andermal.

RSS Feed

Nahezu alle kartellrechtlichen Webseiten, die ich kenne, bieten einen oder mehrere RSS-Feed an. Eine Ausnahme ist z.B. die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde, die das Zeitalter der RSS übersprungen und sich gleich auf Twitter eingerichtet hat. “RSS” steht (seit Version 2.0) für “real simple syndication”. Es handelt sich um einen vereinfachten Format-Standard für Inhalte von Webseiten. Man kann Webseiten also in zwei Formaten lesen: In der “normalen” Ausgabe mit allem Schnickschnack und in einer “bereinigten” Version, die parallel mitläuft (unter eigener URL, z.B. im Kartellblog. so). Sie kommen zum Feed, indem Sie auf der Webseite Ihres Interesses auf das orange-farbene Symbol mit weißen Streifen klicken (hier im Blog rechts oben).

Feed Reader

Das RSS-Format hat viele Vorteile, für uns Otto-Internet-Normalverbraucher vor allem den, dass derartig formatierte Texte von sog. Feed Readern gelesen werden können. (Das nur als Beispiel. Es gibt viele weitere Möglichkeiten, Feeds abzubilden.) Feed Reader wie Netvibes und der Google Reader zeigen Feeds als kleine Informationsblöcke an, die nur aus der Überschrift der Nachricht und gegebenenfalls einem Textanriss bestehen. In das Browser-Fenster des Readers passt jede Menge dieser Blöcke. Sie sehen also mit einem Blick, was sich seit Ihrem letzten Besuch alles getan hat.

Wie viel Text Sie im Feed lesen können, ohne die Webseite zu besuchen, hängt davon ab, wie viel Text der Webmaster dieser Seite in den Feed einspeist. Es gibt knauserige Webseiten, da kommt dann nur ein Satz oder nicht einmal das (aus schändlichen Gründen, die uns hier nicht weiter belasten sollen). Und es gibt großherzige Webmaster, die ihre Inhalte komplett in den Feed legen. So oder so, wenn Sie sich neuen Content direkt auf der “normalen” Webseite ansehen möchten, klicken Sie im Feed Reader auf den Link, den der Informationsblock dort für die Nachricht angibt.

Der Charme des Feed Readers ist es also, dass er mehrere Feeds zusammenzieht und aggregiert ausgibt, ohne dass Sie die Vielzahl an Webseiten, deren Feeds er zieht, händisch ansteuern müssen.

Feed abonnieren

Wenn Sie nun die Internet-Adresse eines Feeds in Ihren Feed Reader eingeben, dann spricht man von “Feed abonnieren”. Hier im Kartellblog. machen das z.Z. zwischen 120 und 140 Blog-Leser.

“Abonnieren” klingt schrecklich. Man denkt an ein Zeitschriften-Abo, das man nicht mehr loswird. Im Gegenteil: In der Welt der RSS-Feeds bestimmen nur Sie darüber, was am Bildschirm zu sehen ist. Die Initiative geht allein von Ihnen aus. Fühlen Sie sich von einem Feed gelangweilt, klicken Sie ihn wieder weg, fertig: Spam gibt es nicht.

Nachteile? Die gibt es. Vor allem erscheinen Feeds im Reader etwas zeitversetzt.  Wenn Sie diese Technik aber nur dafür nützen wollen, um am Morgen im schnellen Überblick zu sehen, was am Vortag passiert ist, dann stört dieser time lag nicht.

Kommentare

  1. Bettina meint

    Das war seit langem einer der hilfreichsten Artikel im ganzen Netz! Habe nun seit einer Woche ein Netvibes-Dashbord und bin froh und glücklich über die geglückte Melange nach dem Motto: Reduce to the Max – vielen Dank dafür! VG, Bettina

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