Als hätten wir’s geahnt, das Bundeskartellamt hat gegen einen Hersteller von Großdampferzeugern (Dampfkesseln) für Braunkohlekraftwerke und zwei ehemalige Geschäftsführer Geldbußen von € 91 Mio. verhängt. Im Kartell seien Kunden, Quoten und Preise abgesprochen worden.
Plattform des Kartells waren Ausschreibungen um Großaufträge für Kraftwerke, berichtet das Bundeskartellamt heute in einer Pressenachricht. Insgesamt hätten sich vier Anbieter abgesprochen, und zwar für die Kraftwerke Schkopau, Schwarze Pumpe, Lippendorf, Boxberg und das Kraftwerk BoA 1 in Nordrhein-Westfalen.
Kern der Absprache sei gewesen, dass jeder Anbieter mindestens einen dieser Großaufträge zu überhöhten Preisen erhalten sollte. Es wurde festgelegt, wer das günstigste Angebot abgeben würde. Dieses Unternehmen übernahm dann die Federführung im Konsortium. Zur optimalen Auslastung der Kapazität habe man die Auftragswerte nach Maßgabe der jeweiligen Marktanteile aufgeteilt.
Den letzten beißen die Hunde: Zwei der insgesamt vier kartellbeteiligten Unternehmen gingen in einem weiteren Kartellbeteiligten auf. Der ist insolvent. Nur das heute bebußte Unternehmen ist im Markt noch tätig. Über Einzelheiten kann man als Außenstehender nur spekulieren. Die Unternehmensinsolvenz schließt ein Kartellbußgeld nicht prinzipiell aus.
Kommentare