Manfred Dworschak schreibt in Spiegel Online (“Null Blog”) über die von ihm sog. jüngere Generation – gemeint sind scheint’s nur Schüler – und das Web 2.0:
Eine kleine Industrie von Autoren, Beratern und findigen Therapeuten lebt von der immer gleichen Botschaft: Die Jugend sei durch und durch geformt von dem Online-Medium, in dem sie groß geworden ist. Speziell die Schule müsse ihr deshalb ganz neue Angebote machen; der herkömmliche Unterricht erreiche diese Jugend gar nicht mehr.
Belege dafür gibt es kaum. Statt auf Studien stützen die Visionäre sich vor allem auf eindrucksvolle Einzelbeispiele jugendlicher Netzvirtuosen. Für die ganze Generation besagt das freilich wenig, wie die Forschung inzwischen weiß; sie ist zügig dabei, ihren Rückstand aufzuholen.
Rückstand aufholen, wohlgemerkt, die Forschung, nicht die Netzgeneration. Die sei zwar viel kleiner als gedacht:
Immerhin 31 Prozent nutzen die sozialen Netzwerke selten oder nie.
Danke, demnach nutzen 69 % die Netzwerke regelmäßig. Aber die Generation nutze die Netzwerke schlecht. Insbesondere gebe es ein krasses Missverhältnis zwischen Privatismus (chatten, facebooken und u-tuben: ja) und öffentlicher Produktion (bloggen: nein). Dann das Resumée eines Lehrers, wie seine Schüler googeln:
sehr schnell, sehr hektisch, sehr oberflächlich.
Dejà vu, das klingt nicht anders als vor 25 Jahren. Das ist aber nicht der springende Punkt. Die Tonlage des Artikels ist beruhigend: Leute, keine Panik, es hat sich nichts geändert. Müsste es aber. Denn wenn der Artikel die Tatsachen wirklich trifft, dann fehlt es vor allem an einem: Ausbildung für den Netzalltag.
PS Im Kartellblog. off-topic, aber hier mit voller pädagogisch-analytischer Kraft: “Das Netz, seine Funktionen und die „Null Blog“-Debatte”.
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