JuraBlogs: Post mortem

Ein paar schnelle Nachworte zum Ausstieg des Kartellblog. bei JuraBlogs. Vorweg ein herzliches Dankeschön für die vielen Kommentare, E-Mails und Anrufe zum Thema “Tschüss JuraBlogs”, hat mich gefreut.

Zensur I.

Herr Nebgen hat einen diesbezüglichen Einwurf aus den Kommentaren zu “Tschüss JuraBlogs” aufgegriffen und einen Post darüber geschrieben. Ich stimme ihm einschränkungslos zu, Zensur auf JuraBlogs ist als Prinzip abwegig. Sie sollte nicht einmal Thema sein. Ein Thema könnte sein, worauf Herr Klappenbach mit JuraBlogs hinaus möchte und wie er seinen Aggregator konfiguriert, um dort hin zu kommen. Aber er hat die Plattform erfunden und kann mit ihr machen, was er will. Jeder Internetnutzer hat seine Art, damit umzugehen.

Zensur II.

Von Niveaufragen zum Strafrecht. Woran liegt es eigentlich, dass man über juristische Blogs nicht schreiben kann, ohne dass irgendein Kommentator auf lawblog einhackt. Wenn sich jemand unter der Gürtellinie gegen Herrn Vetter austoben will, möchte er (sie) das bitte woanders tun. Kartellblog. ist kein Forum für ehrenrührige Attacken. Ich habe zwei Kommentare, die in dieser Preislage waren, nicht freigeschaltet.

Irrtum

Ich dachte, jeder Blawger denkt über sein Publikum nach. Reaktionen eines Publikums machen für Blawger wenig Sinn, wenn sie ein anderes adressieren oder der Erfolg ihres Blogs auf einem anderen basiert. Ich bin mit der Frage immer offen umgegangen und dachte: Binsenweisheit. Vielleicht ein Irrtum. In “Tschüss JuraBlogs” ging es (auch) um ein Wahrnehmungsproblem, die Wahrnehmung von Anwaltsblogs in Deutschland nicht durch bloggenden Anwälte, sondern durch Mandanten, in diesem Fall meine. Es wird mir ein Rätsel bleiben, wie ein Anwalt denken kann, dass eine Wahrnehmung falsch ist, weil sie mutmaßlich nicht bestehen würde, wenn der Mensch, der sie hat, nur fleißig des Anwalts Blog gelesen hätte.

Absturz

Eine E-Mail war in großer Sorge über den jetzt bevorstehenden Absturz des Kartellblog. in die statistische Bedeutungslosigkeit. Kann sein. Ich bin 2009 den Kompromiss mit JuraBlogs eingegangen, um Kartellblog. sichtbar zu machen. Offenbar listet sich der eine oder andere dort nicht aus, um den eigenen Blog nicht unsichtbar zu machen. Wir werden sehen. Klar ist, dass ich nicht mehr bequem darauf vertrauen kann, dass der Aggregator ein wenn auch spärliches Rinnsal von Besuchern bringt.

Ironie

In meiner Umgebung wurde viel darüber geschmunzelt, dass ausgerechnet der letzte Post des Kartellblog. auf JuraBlogs in dessen Tages-Charts aufgestiegen ist. Geschmunzelt deswegen, weil ich immer gesagt habe, dass Rankings im Ökotop dafür, was Kartellblog. tut, komplett wurst sind. Die Sache ist nicht ohne Ironie, wenn Sie einen Sinn dafür haben.

Reaktionen

Ich dachte, dass es nach “Tschüss Jurablogs” ungemütlich werden kann, aber eigentlich war es das nicht. Bisher ist nur ein Blogger kommentierend aus der Rolle gefallen bzw. sich treu geblieben. Ich habe beim Formulieren des Abschieds-Posts peinlich darauf geachtet, dass sich kein Blawg-Autor persönlich angegriffen fühlen muss, es sei denn, er will es. Wer’s dennoch tut, nicht meine Sache.

Kiosk

In den Kommentaren zu “Tschüss JuraBlogs” kam der Kiosk-Gedanke auf. Also die Überlegung, dass JuraBlogs ein Kiosk ist und damit neutral. In der realen Welt sorgt ein ganzes Paket von Vorschriften für die relative Gleichwertigkeit des Angebots am Kiosk; zu einem Beispiel hier im Kartellblog.; von alleine kommt das nicht. Regularien sind natürlich nicht der Weg für Meta-Blogs (siehe oben). Sie zeigen aber, dass die Kiosk-Analogie zwar gerne abkopiert, aber in Schieflage ist.

Folgefrage

Frau Braun steigt in ihren Post zu den Kommentaren in “Tschüss JuraBlogs” mit der Frage ein: Abschied von oder Abschied aus JuraBlogs? Guter Punkt. Was passiert eigentlich mit den alten Posts des Kartellblog. auf JuraBlogs? Ich weiß es nicht, Herr Klappenbach ist angefragt.

PS 2. August 2010: Herr Klappenbach weist darauf hin, dass Kartellblog. vollständig von JuraBlogs entfernt ist. Going solo.

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Kommentare

  1. Christian sagt:

    Von Störfeuer sollten Sie sich nicht beeindrucken lassen. Halten Sie uns auf dem Laufenden.

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