In der Nähe des Buttons “Konto löschen” war ich auf JuraBlogs schon öfter und hab’s dann doch nicht gemacht. Der Grund, heute die Maus wieder in die Richtung zu schieben, war diese Bemerkung eines Mandanten:
Wo sind Sie denn da gelandet.
Da war kein Fragezeichen in der Stimme. Bei den Beispielen, die er genannt hat, gingen mir die Gegenargumente aus. Nicht zum ersten Mal, nicht nur bei ihm.
Aufbegehren? Client prevails. Aber unbestritten, JuraBlogs hat Kartellblog. viel gebracht und tut es weiter für Neublogger, denen es auf den Ausgabeseiten von Google nach oben hilft. Dafür bin ich dankbar. Andererseits, was ich in der Referrer-Statistik des Kartellblog. für die Unterseiten von JuraBlogs an Merkwürdigkeiten sehe, das hat mir der Post auf Telemedicus zu seinem JuraBlogs-Exitus erklärt. Schließlich, die “Vernetzung” deutscher Blawgs beflügelt? Das sehe ich nicht, würde diesen Anspruch aber natürlich auch erheben, wenn ich JuraBlogs wäre. Und über JuraBlogs als Ökotop ist in den letzten Tagen bereits mehr als genug geschrieben worden.
Ein Abschied im Guten. Danke & tschüss.
PS 1. August 2010: Herr Klappenbach weist darauf hin, dass eine Kontolöschung nichts damit zu tun hat, ob JuraBlogs einen Feed aufnimmt oder nicht.

Ich werde Kartellblog. auf jeden Fall weiter lesen. Interessant wäre es aber gewesen, die Beispiele zu hören.
Ich tippe mal: Der seriöse Kartellblog. will nicht neben strafrechtlichen/off-topic Jurablogs-Einträgen gelistet sein, die prima vista…naja….weniger seriös erscheinen? ;)
Danke, ach wissen Sie — gucken Sie dort einfach auf die landing page :-) Ja, das ist, denke ich, aus externer Sicht mehr eine Stil- als eine thematische Frage. Man kann es JuraBlogs nicht wirklich vorwerfen, dass die Themen dort über die Rechtsgebiete recht ungleich verteilt sind.
Sagen Sie doch offen, dass sie Jurablogs für Mist halten … damit wären Sie nicht alleine. Klappenbach müsste aussieben.
Was Herr Klappenbach müsste, wüsste ich besser, wenn ich Herr Klappenbach wäre. Für mich hat sich die Frage gestellt, ob JuraBlogs für Kartellblog. der richtige Weg ist.
“Klappenbach müsste aussieben” – ja, insbesondere die notorischen “Witze”-Erzähler.
@Lektor Wie man sich bettet, so liegt man. @genuin4 Das, Herr Dingler, steht im Post.
Was mich interessiert, ist: Warum denken Sie, dass es nicht der richtige Weg ist?
@Kartellblog. Lassen Sie mich meine Frage präzisieren, Herr Zöttl: Mir geht es um die Aussage ‘Wo sind Sie denn da gelandet.’ Ich frage mich die ganze Zeit, was Ihre Mandanten als so rufschädigend oder ehrenrührig empfinden, dass Ihnen Gegenargumente ausgehen? Oder anders: Auch FAZ und BILD werden im sleben Kiosk verkauft. Keiner käme auf die Idee, deshalb die Qualität deseinen Mediums in Frage zu stellen.
Ach so, das ist es, was Sie interessiert. Ich gebe Ihnen den Kern solcher Gespräche gern wieder. Ein Punkt ist Kompetenz, besser gesagt, die Abbildung von Kompetenz. Ich will dabei die Sache mit den juristischen Schnitzern gar nicht aufgreifen. Fehler schleichen sich in Blogs immer mal ein, nobody is perfect. Sondern was mir gesagt wird, ist (Sie hatten nach dem Zitat im Post gefragt): Ein schwiemeliger Aufhänger reicht nicht, um dann Pressenachrichten einzukopieren, Post für Post, vielleicht auch noch ohne Quellenangabe, wie wär’s damit. Oder um sich nach einem kleinen Verweis auf die juristische Seite des Themas in allgemein-moralische Weltbetrachtungen zu flüchten, um den Post über den ersten Absatz hinweg zu retten. Oder um nach einem reißerischen Header im Post dann klein beizugeben, dass man in der Materie doch nicht wirklich zuhause ist.
Es gibt sie natürlich, die leuchtenden Ausnahmen, die Stadlers und Vetters, ihre Posts haben Hand und Fuss. Nach meinem Eindruck sind Inhouse Counsel in diesem Punkt sensibel: Sie haben wenig bis keine Zeit für juristische Exerzitien. Sie wissen, dass ihnen die etablierten Printorgane Themen erst dann servieren, wenn die Geschäftsführung längst “gerochen” und im Zweifel bei ihnen nachgefragt hat, dass und was da im Anmarsch ist. Ich habe Verständnis dafür, wenn sich Unternehmensjuristen einerseits immer häufiger Blawgs ansehen und andererseits sich bei Posts wie den eben beschriebenen ver…scht fühlen und was tun? Auf die Blawgwelt insgesamt verärgert reagieren. Der Gesamteindruck macht sich wo fest? Ob das jetzt richtig oder falsch ist, gut oder schlecht: am Aggregator natürlich.
Der andere Punkt ist Unterhaltung. Bei einem guten Witz lacht jeder gern mit, auch wenn der Witz einen inhaltsarmen Artikel tragen soll. Aber ein Witz, der keiner ist, und dann sitzt auch noch ein Post auf seinen Schultern, das sieht man sich einmal an. Vielleicht ein zweites Mal, dann ist natürlich Schluss. Davon abgesehen, dass sich nicht jeder Jurist prustend vom Hocker wirft, wenn er zum x-ten Mal liest, dass der Staatsanwalt heute wieder ganz besonders dämlich war.
Damit Sie das gedanklich richtig eintüten: Bei der Anmeldung zu JuraBlogs war mir bewusst, dass da Licht ist und Schatten. Ich sehe die Vorteile nach wie vor. Aber die Nachteile dürfen nicht überhand nehmen und insbesondere die sensible Beziehung zur Mandantschaft nicht berühren. Ich natürlich nicht, jedenfalls nicht aus eigener Erfahrung beurteilen, ob sich solche Fragen in Boutiquen oder bei Einzelkämpfern stellen und wenn ja, in welcher Form. Für mich ist JuraBlogs zum Problem geworden.
Noch eins: Nicht jeder geht zum Kiosk, um sich eine Zeitung zu holen. Ich habe aber keinen Zweifel daran, dass juristische Blogs und ihre Aggregatoren eines Tages so etabliert sein werden, dass die Kiosk-Analogie aufhören wird, schief zu sein. End of rant.
Schade, dass wieder ein Qualitätsblog jurablogs verlässt. Es wird also Zeit auch für juristische Blogs wieder auf den guten alten RSS-Reader zurückzugreifen.
Ich konsultiere die Jurablogs täglich. Aber in der Regel nur um die spannenden Artikel rauszufischen. Das sind max. 10% am Tag. Das andere rauscht vorbei. In den letzten Monaten hat sich aber jurablogs stark verändert. Das liegt einerseits an den gewollten Entscheidung von jurablogs, aber andererseits auch an den dort zusammengefassten Blogs.
Es hat sich ein dominierender Mikrokosmos (interessanterweise vornehmlich aus Strafrechtlern – Haben die nichts zu tun?) gebildet, deren Posts (sei es nun als Richter und Strafverteidiger) 99,9% der Zeit Null Mehrwert bringen (sorry an die kollegen braun, nebgen, burhoff etc). Aber diese Posts werden bei jurablogs hoch gerankt (also gibt es auch eine Zielgruppe dafür). Interessante Threads, die auch neue rechtliche Probleme aufgreifen, bleiben häufig im Ranking unbeachtet.
Diese Entwicklung kann ein Aggregator zunächst nicht beeinflussen, wenn er nicht steuernd (wertend) eingreift. Eine andere Entwicklung und die ist wohl gewollt, dass jurablogs auch diese Microkultur bewußt fördern will. Das zeigen die jüngsten Ausflüge in Social Media mit Google Friends und Facebook Anbindung.
Eigentlich Schade.
@meister Danke für die Blumen. Finde es auch schade. Und spannend (da kommt der Kartellrechtler in mir durch), ob es dabei bleibt oder einen Markteintritt geben wird. Die Marktzutrittsschranken sind nicht sehr hoch, sozusagen. @genuin4 Das ist wahrscheinlich der springende Punkt unseres kleinen Dialogs: Sie sehen das von außen und durch die Brille Ihres Faches. Aber Ihr nachhaltiges Interesse an der Thematik freut mich. Bin gespannt auf Ihre genaueren Ausführungen.
@Kartellblog. Natürlich interessiert mich das. Ich wäre ja schön blöd, wenn nicht. Stabilität der Mandantenbeziehung ist natürlich ein wichtiger Aspekt bei dem, was man publiziert. Aber spielt der Publikationsort, genauer genommen ein Aggregator wie JuraBlogs dabei wirklich eine solch wichtige Rolle? Als Außenstehender bin ich natürlich geneigt zu sagen: Nein.
Ich werde das ananderer Stelle mal genauer ausführen. In diesem Sinne: Ein angenehmes Wochenende.
Dürfte die richtige Entscheidung gewesen sein. Was unsereinen (ich arbeite im Unternehmen) an Seiten wie Jurablog stört, das haben Sie weiter oben gut zusammengefasst.