Zur Zeit im Kartellrecht ein heißes Eisen, aber eigentlich ein alter Hut:
Aus einer vertikalen Absprache etwa zwischen Hersteller und Händler kann sich eine horizontale Wettbewerbsbeschränkung ergeben oder von ihr bezweckt sein – ein “Kartell”, um Suchmaschinen diese ödipale Freude zu bereiten.
Man sprach von “Sternverträgen” und spricht von “hub and spokes” oder modernistisch auch von “A-B-C collusion”.
Wenn man sich mit dem Grundsatz abgefunden hat, dass es solche Phänomene geben kann, stößt man im nächsten Schritt auf die sprichwörtliche can of worms. Denn der Teufel steckt natürlich im Detail: der Abgrenzung zwischen legitimem Geschäftsverhalten und Abstimmung im Wettbewerb im Licht kartellrechtlicher Maßstäbe, die, vornehm ausgedrückt, im Fluss sind.
Europaweit angeheizt wurde diese Diskussion in Großbritannien, und zwar mit zwei Bußgeldverfahren, die die OFT 2003 abgeschlossen und 2006 vor dem Court of Appeal gewonnen hat. Auf dieser Grundlage liefen und laufen dort zur Zeit mehrere Verfahren.
Wie viele andere, verfolge ich die Diskussion im UK (nur) aus dem Augenwinkel, kann also nicht garantieren, dass dieser Abriss so stimmt. Was ich aber garantieren kann ist, dass in der genannten Entscheidung des Court of Appeal (Argos Ltd and another v Office of Fair Trading, JJB Sports plc v Office of Fair Trading [2006] EWCA Civ 1318., Rdnr. 102) die folgende, auf Anhieb unmittelbar eingängige Umschreibung für das insoweit in Frage stehende Verhalten zu finden ist:
In these circumstances it seems to us that the Tribunal was entitled to find that (1) JJB provided confidential price information to Umbro in circumstances in which it was obvious that it would or might be passed on to Sports Soccer in support of Umbro’s attempt to persuade Sports Soccer to raise its prices (thereby adopting the pricing policy which JJB explicitly wanted adopted by all significant retailers), (2) Umbro did use the information in relation to Sports Soccer in that way, (3) Sports Soccer did agree to raise its prices in reliance on this information, and foreseeing that others including JJB would be told of its agreement, and later did raise its prices as it had agreed to do, and (4) Umbro did tell JJB of this, thereby making it clear to JJB that it would be able to maintain its prices at their current level, as it did.
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