Amazon und die “Preisparität” – Leute, Kopp einschalten

Himmel. Zuletzt kamen immer mehr Meldungen an, die sich unter dem Stichwort “Kartellrecht” auf Amazons neue Geschäftsbedingungen beziehen. Amazon fordert von seinen Shops, dass sie auf Amazon keinen höheren Gesamtpreis verlangen als in anderen, nicht ladengeschäftgebundenen Vertriebskanälen. Es wird gesprochen von kartellrechtlichen Verdächten, das magische Wort Bundeskartellamt fällt vermehrt. Unter anderem Heise hatte im März berichtet, WiWo und dann viele andere greifen das Thema jetzt auf.

Das mag alles seine Richtigkeit haben oder nicht. Aber: Der konkrete Bezug ist bislang öffentlich nur, dass das BKartA prüft, ob es ein Verfahren eröffnet. Das Amt ermittelt gegen und für viele Dinge. Es hat gegen Ebay wegen Paypal ermittelt und die Sache auf sich bewenden lassen. Es ermittelt gegen x mal Donnerstag Dutzend anderer Unternehmen und wird in vielen dieser Verfahren aus Gründen, die vielfach nur den Verfahrensbeteiligten bekannt sind, die Sache auf sich beruhen lassen. Es wird in anderen Fällen den Vorwurf des Kartellverstoßes, des Marktmachtmissbrauchs erheben und öffentlich begründen.

Vielleicht ist das hier so, vielleicht nicht. Im Fusionskontrollverfahren Thalia/Buch Kaiser (B 6 – 8/08) hat das Amt separate Produktmärkte für den Handel mit neuen und gebrauchten Büchern angenommen. Es ließ offen, ob der Versandhandel jeweils dem stationären Handel zuzurechnen ist; der Versandhandel sei “zumindest als Substitutionswettbewerb zu berücksichtigen”. Abwarten. Kartellrecht ist nicht das Allheilmittel des kleinen Mannes. Es greift tief in die Wirtschaftsfreiheit ein.

Ihr Kommentar?

Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *