Die Telekom im Visier des Bundeskartellamts: Preis-Kosten-Schere

Die FAZ berichtet:

Das Bundeskartellamt hat gegen die Deutsche Telekom ein Verfahren wegen des Verdachts auf Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung eingeleitet …

Der Vorwurf gegen die Telekom richtet sich auf die Preisgestaltung für das Vorleistungsprodukt “Wholesale Internet Acces” (WIA), das von Unternehmenskunden ohne eigene Infrastruktur genutzt werden kann. Konkurrenten mit eigenen Netzen beanstanden den aus ihrer Sicht zu niedrigen Preis, weil sich ihre Investitionen nicht in Kostenvorteilen gegenüber reinen Wiederverkäufern auszahlten …

“Es besteht der Verdacht auf Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung im Wege des Behinderungsmissbrauchs durch eine Preis-Kosten-Schere”, schreibt das Kartellamt zur Begründung des Auskunftsbeschlusses. Großkunden wie etwa United Internet können über WIA das Basisnetz der Telekom (IP-Backbone) nutzen und so auch ohne eigene Infrastruktur einen direkten Zugang zu ihren Endkunden herstellen. Obwohl dieses Leistungsangebot technisch aufwendiger ist, berechnet die Telekom dafür nur unwesentlich mehr als für eine im Branchenjargon als IP Bitstrom Access (IP BSA) bezeichnete Zugangsvariante, für deren Nutzung eigene Leitungen notwendig sind. Der Preis für Bitstrom wird im Gegensatz zu dem für WIA immer noch von der Bundesnetzagentur kontrolliert und regelmäßig neu festgesetzt …

Zur Problematik des “margin squeeze” auch hier (Schweiz: Swisscom), hier (Bundeskartellamt: Deutsche Telekom/9Live), hier (Belgien: Proximus), hier (Europäische Kommission: Positionspapier) und hier (U.S. Supreme Court: linkLine).

Kommentare

  1. VH meint

    Wie heißt die Schere nun, “Preis-Kosten” oder “Kosten-Preis”? Sagen wir einfach “margin squeeze”, klingt auch aufregender.

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