Die indonesische Kartellbehörde (KPPU) hat Carrefour verpflichtet, seine jüngst an Alfa erworbene Beteiligung wieder abzugeben. Obendrein gab es ein Bußgeld. Offenbar wurde die Anordnung der Entflechtung mit den – nicht näher bekannten – Marktanteilen Carrefours begründet.
Exkurs
Ein Angehöriger der indonesischen Kartellbehörde (KPPU) sagte mir einmal bei einem ABA-Meeting, man könne sich in ICN-Kreisen nicht blicken lassen, wenn man keine aktive Fusionskontrolle habe. Das gehöre sich einfach –
the thing you have to have.
Dann wäre da noch der sanfte Druck der OECD, der WTO, der UNCTAD, der GTZ …
Indonesien ist auf dem Weg dorthin, mit Unterstützung Deutschlands. Wolfgang Kartte, 1976 bis 1992 Präsident des Bundeskartellamts, hat über seine Beratungstätigkeit in Indonesien einen sehr lesenswerten Bericht geschrieben (“Aufbruch zum Markt – Als Wirtschaftsberater in Jakarta”). Der Titel des Aufsatzes ist missverständlich. Herr Kartte hat im Auftrag der Bundesregierung beim Aufbau einer Wettbewerbsordnung beraten.
Der Aufsatz legt beredtes Zeugnis davon ab, wie weit der Weg Indonesiens noch ist. Aber wenn Deutschland eine Fusionskontrolle braucht, warum dann nicht auch Indonesien? Je nachdem, nach welchen Kriterien man zählt, kommt man derzeit auf etwa 90 Fusionskontrollordnungen weltweit. Man sollte erwarten dürfen, dass ein Land sein Fusionskontrollrégime, so es denn eines haben muss, rechtsstaatlich so ausgestaltet, dass Unternehmen darin navigieren können.
In Indonesien gibt es seit 1999 ein Kartellgesetz. Es zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass es die Themen, die es anspricht, nicht reguliert und sich im Wesentlichen darauf beschränkt, das Damoklesschwert des Behördenzugriffs über die Unternehmenslandschaft zu hängen.
Der Fall Carrefour
Das muss man im Kopf behalten, wenn man Berichte wie diesen liest:
JAKARTA — An Indonesian watchdog ruled Tuesday that a subsidiary of French supermarket chain Carrefour was in breach of anti-monopoly rules and ordered it to sell its stake in local retailer Alfa Retailindo.
The Business Competition Supervisory Commission (KPPU) ordered Carrefour Indonesia to sell its 75-percent stake in Alfa, which it acquired for 674 billion rupiah (70.9 million dollars) earlier this year.
It also fined Carrefour 25 billion rupiah for breaching Indonesia’s competition rules.
“Carrefour has one year to sell its stake in Alfa Retailindo,” KPPU commissioner Dedie Martadisastra, who presided at the court, said.
The commission found that Carrefour’s share in the wholesale market stood at 67 percent as of June, up from 45 percent before the acquisition took place.
Its share in the retail market stood at 48 percent, up from 38 percent.
Carrefour Indonesia corporate affairs director Irawan Kadarman disputed the commission’s findings.
“We think that our share in the market is far from dominant,” he told AFP.
Quelle: AFP.
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