Damien Neven: weitere drei Jahre "Chief Competition Economist" der Europäischen Kommission, Generaldirektion Wettbewerb

Die Generaldirektion Wettbewerb der Europäischen Kommission (DG COMP) hat die Amtszeit von Damien Neven als Chief Competition Economist um drei Jahre verlängert.

Der Chief Competition Economist berät DG COMP intern zu ökonomischen Fragen des Kartell- und Beihilfenrechts und berichtet an deren Generaldirektor. Die Position wurde 2003 geschaffen. Der damalige Wettbewerbskommissar, Mario Monti, hatte 2002 in Fordham bekannt gegeben, dass sich die Kommission mit dem Gedanken trägt, diese Position einzurichten – „we … require in-depth fact-finding and rigorous economic and/or econometric analysis”. Dem Team des Chief Competition Economist sind kommissionsintern derzeit 24 Bedienstete zugeordnet.

Der erste Chief Competition Economist war Lars Henrik Röller; er wurde 2006 von Herrn Neven abgelöst. Herr Röller ist heute Präsident der European School of Management and Technology, Berlin.

Eigentlich war die Amtszeit des Chief Competition Economist so verstanden worden, dass die Ernennung nur auf drei Jahre erfolgt. Die Kommission begründet die Verlängerung der Amtszeit von Herrn Neven in ihrer Presserklärung insbesondere mit dem Gebot der Verwaltungskontinuität in Zeiten der „financial crisis“:

Die Kommission beschloss ausnahmsweise, Damien Neven für weitere drei Jahre in seinem Amt zu bestätigen, um den reibungslosen Ablauf von Projekten mit einer Dauer von mehr als drei Jahren zu sichern und Kontinuitätsbrüche zu vermeiden, die sich angesichts der derzeitigen Wirtschafts- und Finanzkrise besonders negativ auswirken könnten, zumal das Mandat des Chefökonomen und das Mandat der Kommission ungefähr zur selben Zeit auslaufen.

Die Neubesetzung der Kommission erfolgt alle fünf Jahre innerhalb von sechs Monaten nach der Wahl des Europäischen Parlaments. Die Amtszeit der derzeitigen Kommission endet am 31. Oktober 2009.

Die Kommission hebt das Erfordernis der Kontinuität aber nicht nur deswegen hervor, weil die Amtszeit der Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes ihrem Ende zugeht. Für die Verwaltungskontinuität der Generaldirektion Wettbewerb dürfte noch bedeutsamer sein, dass auch eine Umbesetzung der Verwaltungsspitze bevorsteht.

Nach internen Verwaltungsregeln der Kommission muss das Führungspersonal in der Regel nach zwei bis fünf Jahren, maximal nach sieben Jahren auf einen anderen Dienstposten wechseln. Philip Lowe ist seit September 2002 Generaldirektor der DG COMP und muss dieses Amt bis zum 1. November 2009 räumen. Sein Nachfolger wird Alexander Italianer, derzeit stellvertretender Generalsekretär der Kommission.

Herr Röller hat 2005 die Aufgaben des Chief Competition Economist in einem lesenswerten Papier (“The Office of the Chief Competition Economistat the European Commission”) zusammengefasst.

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