Die EG-Kommission hat zum ersten Mal eine Kartellbuße im Energiesektor verhängt, und zwar gegen E.ON und Gaz de France. Die Höhe des Bußgeldes beträgt insgesamt € 553 Mio. Der Vorwurf lautet im Kern, dass die beiden Unternehmen sich die Märkte in der Weise aufgeteilt haben sollen, dass E.ON nicht in Frankreich und Gaz de France nicht in Deutschland eindringt. Diese Absprache soll seit dem Jahr 1975 gepflegt und “auch nach Liberalisierung der europäischen Gasmärkte” aufrechterhalten worden sein.
Zur Zeit ist nur die Pressemitteilung der Kommission öffentlich bekannt. Aus ihr geht hervor, dass die Beteiligten die angebliche Kartellabsprache im September 2005 aufgegeben haben. Die europäischen Gasmärkte wurden für Verbraucher aber erst im Jahr 2006 liberalisiert. Zudem scheint die Kommission das Bußgeld großzügig am Umsatz der derzeitigen Muttergesellschaften bemessen zu haben, nicht aber am Jahresumsatz der an der mutmaßlichen Absprache direkt Beteiligten.
Quelle: Kommission.
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